Bibliothek
Ein ja nicht ganz unumstrittenes Buch, welches ich sehr schätze:
"The Urban Primitive - Paganism in the Concrete Jungle"
von Raven Kaldera und Tannin Schwartzstein
(gibts auch in Deutsch nur leider bei Arun, siehe auch hier: http://www.spiritvoices.de/haegar/arun1.html )
Ich bin zwar weder pagan noch urban, aber das ist ein Magiebuch mal so richtig nach meinem Geschmack. Warum?
- a) garantiert pathosfrei
- b) absolut im hier und jetzt ohne prähistorische Legitimationsanwandlungen
- c) konsequente low-cost Magie, minimalistisch und direkt
- d) kreativ, undogmatisch und humorvoll
- e) zeitgemäße, interkulturell ausgerichtete Ethik
- f) Anregungen statt Vorschriften
- g) thematisch recht breit angelegt
- h) viel theoretische Hintergrundinformation
- i) keine "Klientelschreibe" - das Buch richtet sich einfach an alle, die wissen, daß da mehr zwischen Himmel und Erde ist
Also, mein Bedarf an dauerhaft im Regal verbleibenden Magiebüchern, die sich den klassischen Techniken und Grundlagen widmen, ist damit recht unklassisch gedeckt. Eine einfache und klare Sprache, auch in Englisch gut und flüssig zu lesen, witzige Illustrationen und jede Menge Anregungen für die eigene Sache. Und was einem davon nicht zusagt, muß man ja auch nicht nachmachen, ne?!
Für mich eindeutig ***** !
Thuja
Nach der Rezension von Thuja, die sich auf das englischsprachige Buch bezieht, noch ein paar Worte von mir (Distel) zur deutschen Ausgabe, sowie meine Meinung zum Inhalt.
Ich fand das Buch (Ich bekams netterweise mal geschenkt, danke nochmal an dieser Stelle!) streckenweise ganz anregend, auf der anderen Seite ist die Art von Magie, die in dem Buch beschrieben wird, deutlich erkennbar vom Üblichen: Die Analogie-Liste rausholen, Zutaten zusammenmischen, Aufladung visualisieren und dabei noch ein paar Gottheiten anrufen. Das alles geschieht zwar mit ungewöhnlichen Zutaten, selbst erfundenen Gottheiten und an unnormalen Orten, aber die Arbeitsweise an sich könnte herkömmlicher nicht sein. Das fand ich, nachdem ich bezüglich des Buches doch eine Erwartungshaltung aufgebaut hatte, recht enttäuschend. Auf der anderen Seite ist es tatsächlich mal was anderes, unter den vielen naturverherrlichenden und dabei oft weltfremden "Heidentums-Schmökern" einen Buch über urbanes Leben, Magie und Heidentum zu finden. Hätte ich das Buch ein paar Jahre früher in die Hand bekommen, hätte es für mich vielleicht ein wichtiger Meilenstein werden können - so hat das Luisa Francia schon übernommen gehabt.
Zur deutschen Ausgabe im Speziellen:
Man kann vom Arun-Verlag in Bezug aufs Politische halten, was man möchte, aber bei diesem Buch liegt auf der Hand, dass dort absolut beschiss...en gearbeitet wurde: Die Übersetzung ins Deutsche ist grottenschlecht, es strotzt vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, und bei vielen Sätzen wird einem schmerzlich bewusst, wie sie im englischsprachigen Original korret lauteten - bevor die Übersetzung sie ins Fast-Deutsche verstümmelte. Mein Tip an alle, die englisch können: Kauft das Buch bitte im Original. Ich habs im Prinzip auch nur auf deutsch ertragen, weil ich es auf einer langen Reise als einziges Buch dabei hatte, und mir am Check-In zu dem Flug gesagt wurde, die Stricknadeln gingen im Handgepäck nicht - sonst hätte ich echt lieber gestrickt!
Distelfliege