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Rezensionen zu: Menschenfrauen fliegen wieder von Ute Manan Schiran
Ein Buch auf das ich relativ früh gestossen bin, und das mich gleich ziemlich beeindruckt hat. Heute mag es ja nicht mehr so problematisch sein, aber ich hatte irgendwie Anfang der 90er, ausgerüstet mit der Literatur der 70er und 80er, einen vagen Eindruck, daß Naturreligion und Göttinnenweg mit Ritualismus, mit Feierlichkeit, mit Pathos und Brimborium und ewigen Treueschwüren einhergehen würden, bei den meisten Praktizierenden. Und ich fand es insgeheim ganz gut, wenngleich ich es nicht unbedingt exzessiv ausleben mochte. Sozusagen innendrin romantisch, ernsthaft, idealistisch mit einem Hand zum Pathos, aber doch bitte in der Praxis wild, freifliegend, undogmatisch und in den Alltag eingewoben.
Genau dieses Bedürfnis deckt für mich dieses Jahreskreis-Buch von Ute Schiran. Es gibt einen Teil der ihre Geschichte erzählt, und wie sie zur weiblichen Spiritualität kam, der von ihrem Alltag erzählt und wie Magie damit verwoben ist. Im anderen Teil des Buches wird ein Jahreszyklus erzählt, wie er von Frauen gefeiert wurde oder gefeiert worden sein könnte, wie ihre Rituale waren, was sie geträumt haben und was sie erlebt haben.
Was mich an dem Buch fast am meisten berührt hat, war die völlige Abwesenheit dessen, was ich den "Ausgleicherzwang" nennen würde: Also zwanghaft, obwohl es einer vielleicht gar nicht liegt, überall den Gott und männliche Energien und das männliche Element abfeiern müssen. Im Hexentum, dem ich mich damals zuwandte, hat mich das schon sehr gestört, und während mir Luisa Francia ein bissel zu unpathetisch war *gg* fand ich hier endlich ein Buch für meine Bedürfnisse. Für Leserinnen, die schon Wert auf das männliche im Göttlichen und männliche Energien zum Ausgleich legen, ist das Buch eher bedingt das Richtige, wobei ich sagen muss, ich muss mir auch aus den meisten Büchern, die Gott/Göttin-Dualismus zugrundelegen, das für mich Brauchbare herausfiltern. Und ich denke auch aus diesem Buch lässt sich vieles herausfiltern.
Ute Schirans Ansatz ist durchaus auch schamanisch, wenn man z.b. die Träume miteinbezieht oder die Zwiesprache mit Verbündeten Wesen, gerade diese "Zwiesprache" betitelten Abschnitte sind ein schönes Beispiel wie reichhaltig so eine Beziehung mit verbündeten Geistern sein kann, und waren für mich sehr inspirierend.
Distelfliege