Exotische Bohnensuppe
oder
Eidechses SüßSauerScharf-Bohnensuppe
Erst einmal zwei kleine Dinge vorweg.
Dies Rezept ist ursprünglich aus einem Kochbuch aus einer meiner Ex-WGs. Leider weiss ich nicht mehr welches Kochbuch das war und kann hier also keine 'proper-credits' geben. Das ist aber vielleicht auch nicht ganz so schlimm, da sich das Rezept inzwischen verselbständigt hat und nur noch als 'freie Improvisation über ein Grundthema' existiert.
Die zweite Überlegung betrifft den Namen der Suppe: Was bitteschön ist denn 'exotisch'?
Das Ur-Rezept ist mit Cumin, Curkuma und gemahlenem Coriander und damit in europäischen Zungen diffus indisch, die Kombination von Süßem und Saurem würde ich ebenso diffus nach China stecken: also meint 'exotisch' wohl 'undifferenziert asiatisch'? Mal abgesehen von der seltsam eurozentrischen Weltkonstruktion die in dem Namen steckt, weiss auch niemand wie 'exotisch' dann überhaupt schmeckt. Vielleicht entscheide ich noch den Namen einfach umzuändern, aber zunächst lass ich es so mit dieser Anmerkung.
Nun zur Suppe.
Die Suppe ist ganz grob gesagt eine Suppe von pürierten braunen oder roten Bohnen, Paprika, Kartoffeln und Tomaten, die mit Ananasstückchen und feinen Paprikastreifen auch was 'zu beissen' hat.
Süße bekommt sie durch die Ananas (und deren Saft bzw. im Ur-Rezept einem säuerlichen Apfel),
Säure durch Zitrone,
Schärfe im Ur-Rezept durch eine frische grüne Pfefferschote, ich nehme entweder eingelegte scharfe Pepperoni oder Sambal Oelek bzw. auch mal rote Thai Curry-Paste.
Dazu die bereits erwähnten Gewürze... und den Ingwer nicht vergessen, Ingwer gehört auch unbedingt rein. Zwiebel und Knoblauch nach Geschmack und wenn keine Instant-Gemüsebrühe zur Hand oder erwünscht ist.
Eigentlich könnte mit diesen groben Angaben schon losgelegt werden, aber ich versuche doch nochmal konkretere Mengenangaben zu konstruieren.
Zutaten für einen grossen Topf:
- 300g Kartoffeln (ungefähr)
- 500g rote Bohnen (2 kl Dosen. abgetropft sind es dann weniger als 500g)
- 250g geschälte Tomaten (1 kl Dose, oder Tomaten Püree)
- 500g rote Paprika
- Ananas in Stücken (1 kl Dose)
- frischer Ingwer
- je nach schärfe 1-2 eingelegte grüne Pfefferschoten (oder Sambal-Oelek)
- Saft von einer Zitrone
- je ein TL Cumin, Curcuma, Coriander (gemahlen)
- Salz und evtl. Gemüsebrühe
Die Kartoffeln schälen und in handliche Stücke schneiden und in Wasser kochen. Salz und Gemüsebrühe nicht vergessen (Wer keine Instantbrühe hat oder mag, sollte vorher eine Zwiebel und Knoblauch andünsten, ansonsten ist das geschmackssache). Die Menge der Brühe kann ich grade nicht sagen. Das hängt von der Menge der Kartoffes ab und wie dick oder dünn die Suppe gewünscht ist, aber nachgiessen geht immer, also erstmal soviel, dass alles gut bedeckt ist.
Die Hälfte der roten Paprika in groben Stücken etwas später dazu, damit sie nicht völlig verkocht. (Die andere Hälfte Paprika kommt ganz zum Schluss dazu und sollte in feine löffelgerechte Streifen geschnitten werden.)
Inzwischen die Bohnen kurz abbrausen und abtropfen lassen. Den Ingwer schälen und schneiden (bzw sauber abbürsten, und mit der Schale schneiden, wenn sie 'zart' genug ist. angeblich ist auch beim Ingwer 'viel gutes' unter der Schale)
Wenn die Kartoffeln weich genug zum pürieren sind, die Bohnen, die Tomaten, den Ingwer und die Pfefferschoten (besser ohne kerne) dazu und alles pürieren.
Je ein TL Cumin, Curcuma und Coriander dazu. Es sollte scharf sein und gut und würzig schmecken. Noch ein bisschen köcheln lassen damit sich die Aromen verbinden bevor dann die Dose Ananas (ja!, mit dem zuckrigen Saft) und die andere Hälfte der Paprika hineinkommt.
Diese nur kurz warm werden lassen und die zweite Runde abschmecken. Jetzt kommt nach belieben Zitronensaft dazu, damit es süßsauer schmeckt, und es wird ergänzt was noch an Gewürzen fehlt. Fertig ist die Suppe.
Anmerkungen zum Improvisieren
Manchmal röste ich die Gewürze kurz in Öl an (nicht zu heiß, ohne sie zu verbrennen) und gebe dann das Wasser und die Kartoffeln dazu, so war es im Ur-Rezept soweit ich mich erinnere.
Wenn ich keine Zwiebel oder Gewürze andünste fehlt etwas Öl als 'Geschmacksträger' und ich gebe etwas Sesamöl oder sogar dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam) dazu.
Die Suppe wird meist eher dick wegen der Kartoffeln an sich und weil ich mich mit der Kartoffelmenge eher überschätze. Ich habe einmal ein Variante gemacht mit ganz wenig oder sogar ohne(?) Kartoffeln, dann wurde die Konsistenz eher wie die SauerScharf-Suppe bzw 'Peking-Suppe' wie man sie aus Chinarestaurants kennt. Dazu passen dann auch Glasnudeln.
Ananas aus Dosen ist ja so eine Sache für sich. Wer das Zuckerwasser aus der Dose nicht mag oder gar frische Ananas zur Verfügung hat, kann gut zu Honig für die Süße greifen. Dann ist es allerdings nicht mehr Vegan.
Im Ur-Rezept war ein säurlicher Apfel als Zutat angegeben. Das klingt lecker aber ich finde das schmeckt man nicht raus. Ich nehme an, dass von frischer Ananas ausgeganegen wurde und dass der Apfel eben auch für das Süßsäuerliche gedacht war.
Die Schärfe von eingelegten Pfefferschoten/Pepperoni ist schwer abzuschätzen und sie schärfen auch noch nach, deswegen habe ich irgendwann zu Sambal Oelek gegriffen, oder zu roter Tai-Curry-Paste wenn man es zitroniger und mit Lemongras mag (drauf achten ob diese mit Fisch ist oder nicht). Mit frischer grüner Pfefferschote habe ich es bisher nie gekocht, damit könnte man einen teil auch in sehr feinen streifen unpüriert dazugeben.
von eidechse